Richard Rendl

Vorausetzung:

Die“ Abstrakte”, zu meinem Studienbeginn 1966 bis 1968, erschien mir in allen Ausformungen, inhaltlich beliebig und diffus. Mein Streben war, Inhaltlichkeit nicht bloß als einen symbolischen, analogen Überbau zu begreifen, sondern Inhalte aus den formalen Elementen selbst zu deduzieren und hierzu eine Syntax zu generieren.

Meine Intervention damals war ein Vorgriff auf die Digitalisierung, nämlich aus der Singularität der “Monade" komplexe Systeme, eine Bildsprache, ein Verbundenheitsgewebe zu entwickeln, das später mit Linienstrukturen, Zahlensymbolik, Geometrien, Symmetriemuster, Schwingungsfiguren und Farbsymbolik ausgebaut wurde und dadurch an Plausibilität gewonnen hat. Ich nehme hierbei ausdrücklich Bezug auf die Beschreibung von Natur in der neuen Physik als Beziehungsstruktur und nicht als dinghaftes Etwas.

"In Rendls Arbeiten zeigt sich die strukturale Wahrheit der Welt, in deren Beweglichkeit das Gestalthafte nur ganz vorübergehend auftaucht wie das Schäumen beweglichen Wassers. Und doch, dieses Schäumen des Gestalthaften zeigt sich notwendig in aller Vorübergänglichkeit." Burghart Schmidt

"An den Bilderwänden, in denen Rendl behaust ist, mag der Betrachter lernen, was Geduld des Auges und der liebkosenden Hand vermag, nämlich die Einheit der Zahlen, Zeichen, Buchstaben, Linien und Mandorlen nachzubuchstabieren, die zu den größten Weisheiten zählen, die der bilderfremden Gegenwart aus dem lichten Dunkel der Vorgangenheit (sic!) zukommen." Prof. Dr. Otto Antonia Graf

 

Über die Möglichkeit einer prophetischen Kunst

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