Richard Rendl

Über meine Arbeit:

Die bei meinem Studienbeginn 1966/68 omnipräsente abstrakte Kunst erschien mir in allen Ausformungen als ungenügend. Ich hatte das Verlangen nach einer Formensprache die die Möglichkeit des Ausdrucks komplexer Sinnzusammenhänge bietet und hierzu war die „Abstrakte“ nicht imstande.

Mein Streben war, Inhaltlichkeit nicht bloß als einen symbolischen, analogen Überbau zu begreifen, sondern Inhalte aus den formalen Elementen selbst zu deduzieren und hierzu eine Syntax zu generieren.

Meine Intervention damals war ein Vorgriff auf die Digitalisierung, nämlich aus der Singularität der “Monade – Holon” komplexe Systeme, eine Bildsprache, ein Verbundenheitsgewebe zu entwickeln, das später mit Linienstrukturen, Zahlensymbolik, Geometrien, Symmetriemuster, Schwingungsfiguren und Farbsymbolik ausgebaut wurde und dadurch Plausibilität gewonnen hat.

Ich nehme hierbei ausdrücklich Bezug auf die Beschreibungen von Materie in der neuen Physik als Beziehungsstruktur und nicht als dinghaftes Etwas, nach Alfred North Whitehead, setzt sich Materie nicht aus Substanzen, dinghafter, passiver Materie, sondern aus elementaren ineinander greifenden und miteinander verwobenen Prozessen und Relationen zusammen.


"In Rendls Arbeiten zeigt sich die strukturale Wahrheit der Welt, in deren Beweglichkeit das Gestalthafte nur ganz vorübergehend auftaucht wie das Schäumen beweglichen Wassers. Und doch, dieses Schäumen des Gestalthaften zeigt sich notwendig in aller Vorübergänglichkeit." Burghart Schmidt

 

Über die Möglichkeit einer prophetischen Kunst

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