Richard Rendl

1946 in Wien geboren,
1950 Übersiedlung nach Tirol,
Schulbesuche Kirchberg/T, Wien, Kufstein, Lienz, Salzburg,
Berufstätigkeiten in Zürich und Hamburg;

1966 Studiumsbeginn an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien – Malerei.
Von 1966 bis 1968 entwickelte sich mein Malstil zwischen expressiver und symbolischer Abstraktion.

1968 Studiumsunterbrechung und freie künstlerische Arbeit im Wiener Atelier:
ich verließ die "analoge" Symbolsprache der abstrakten Malerei, die mir in ihrer diffusen inhaltlichen Ausdrucksmöglichkeit nicht genügte, um in einer Digitalisierung und Rhythmisierung der Bildfläche erste Schritte zu einer neuen Bildgrammatik bzw. Sinnsprache zu setzen. Zahlenreihen mit symbolischer Konnotation und Farbsystematik sind die Bausteine der Stilgruppe „Monaden – Holons“. [Monade = Einfache Substanzen die sich zu Komplexität fügen; Entelechie, Menschform – Seelenaspekt]
Bis zu den Monadenbild "Concordia" verwendete ich ein duales System von farbig - materiellen und weißen - geistigen Monaden.

Ab 1969 mit dem Monaden Bild „Analogia Entis“ entstehen weitgehend im Spektrum von Weiß und Grautönen gehaltene 14 großformatige (2,40m x 3m) Monadenbilder hin zu einem Einheitsrhythmus siehe: Monaden - Transformation 1 bis 3.

Ende 1970 erlebte ich einen transpersonalen Durchbruch, Aufstieg der Kundalinienergie und die Grundlegung einer völlig neuen Kunst: Kosmogramme, Mandalas, Mandorlas, Codes, Reinkarnationssymbolik in Wellen und Linienstrukturen, Symmetriegesetzmäßigkeiten, Umkehrungen (12 Kosmogramme bis 2,55m x 3,25m) anschließend bzw. parallel dazu Psychogramme.

!974 Wiedereintritt in die Hochschule für angewandte Kunst und 1977 Diplom http://www.richard-rendl.net/german/matrix/ma02.htm, hierzu meine visonäre Erfahrung der Parabelsymbolik als Urzeugung: ein Lichtteilchen als Welle tritt in die Parabel ein und sobald es den Scheitelpunkt erreicht hat, potenziert es sich unendlich als weißes Licht entlang der Parabelstrahlen. Die Quantenkosmologie zB. auch die Schleifen - Quantengravitation verwendet seit kurzem Parabeln bei der Darstellung des Gravitationskollaps eines Universum und dem „big bounce“ (großen Rückprall) in ein neues sich umkehrendes Universum.

1977 Beginn mit der Serie "Matrix" - hier habe ich meine Intuitionen materialisiert und systematisiert und die Monaden in Linienmodule weiterentwickelt.

Ab 1979 Beschäftigung mit der Jüdischen Symbolwelt, einige Semester Hebräisch/Judaistik Studium an der Uni Wien und Studium der Kabbala (Weinreb, Safran, Scholem etc.)

Ab 1985 werden Buchstaben und Sprachelemente in Hebräisch, Arabisch, Sanskrit und Deutsch zu Bedeutungsträgern in den Bildern.

Zwischen 1986 und 1991 entstehen "Versöhnungsbilder": die Gottesnamen und die Symbole/ Chiffren der Weltreligionen, wie weiblich, männliche Personalpronomen, werden in einem vereinheitlichten, räumlichen Feld als Beziehungsgeflechte zusammengefügt.

Ab 1992 vermehrte Zuwendung zu kosmologischen Prozessen in denen Resonanzphänomene, Parabelkosmologie zB. in den Bildern, „Puls Synchron Matrix“, „Das Kreisen des Lichts“ sowie die Urmatrix im gleichnamigen Bild oder im Bild „Primordiale Matrix“ untersucht und thematisiert werden.

Meine letzten zwei Bilder bis 2015 sind:

Primordiale Matrix 2: vor dem mikro- makrokosmischen Matrixfeld stehen die verbundenen Parabeln für ein kollabierendes und wieder expandierendes Universum.

Nullpunktfeld - Kriterien der Genesis: aus dem Hintergrundfeld der unendlichen Potentialität, dem Nullpunktfeld oder Psi -Feld oder Meer aller Möglichkeiten, entwickeln sich Raumzeitformen in numerischer Progression, Umkehrung und Regression, Symmetrievariablen und deren Brüche sowie übergreifende Ebenen als systemische Kopula. Das Bild hat formelhaften Charakter.

Diese Inhalte waren nicht a priori dem Schaffensprozess vorgegeben sondern sind aus einfachen Elementen daraus erwachsen.
Diese beiden letzten Bilder sind nicht auf der homepage zu sehen.

Ein Zitat aus einer früheren Werkbeschreibung hat nach wie vor Gültigkeit.
Ziel war es, die ins Unanschauliche gerückten Abstraktionen der "objektiven" Wissenschaft wieder in den sinnlich erlebbaren "anschaulichen" Bereich des Humanen hereinzuholen - nicht das isolierte abendländische Individuum, sondern quasi ornamental, die in das Ganze eingewobene Gestalt: " in geretteter Erscheinung".

Um die Plausibilitätsstruktur meines künstlerischen Werkes in seiner Gesamtheit verständlich zu machen, ist eine entsprechende Ausstellungsfläche erforderlich, leider wurde mir das nie ermöglicht.

Richard Rendl
Wien, Juni 2015


Mail.: richard.rendl@chello.at

Biographie